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Städtische Hitzeinseln

Für Bernadette*, die im Stadtzentrum von Freiburg wohnt, reimen diese Hitzetage nicht mit baden, Sonne oder nächtlichem Feiern. Die Temperaturen über 30°C zwingen sie, zu Hause eingeschlossen zu bleiben. «Ich bin gezwungen, meine Läden zu schliessen, wissen Sie. Ich bereite am Vorabend einen grossen Krug Zitronenlimonade vor und stelle ihn die ganze Nacht über in den Kühlschrank. So kann ich mich tagsüber ein bisschen erfrischen. Am Mittag schaue ich meine Serie und danach bleibe ich den ganzen Nachmittag liegen und erfrische mich mit Feuchttüchern. Es ist so heiss, dass ich nicht mal zu meinem Tanzkurs oder ins Quartierzentrum gehen kann, um meine Freundinnen zu treffen.» Es ist zu bedenken, dass Hitzewellen, gekoppelt mit den städtischen Hitzeinseln, das Hitzegefühl bei älteren Personen verstärkt. Sie gehören zu den Personen, die am stärksten durch dieses immer häufiger auftretende Phänomen gefährdet sind.

Erklärendes Video über städtische Hitzeinseln.

Die städtischen Hitzeinseln sind örtliche Zunahmen der Temperaturen in der Stadt im Vergleich zum Land, zum Wald oder zu den normalen Temperaturen. Die Ursachen liegen in der Dichte der Gebäude, den verwendeten Materialien (Bitumen, Metall, Glas usw.), der Konzentration menschlicher Aktivitäten und dem Mangel an Vegetation. Diese Elemente verstärken die Erfassung und Erzeugung von Wärme und begrenzen die Vermischung von Luft. Man geht davon aus, dass 2050 80% der Bevölkerung in den Städten leben wird. Die durch die Klimaerwärmung zusätzlich erhöhten Temperaturen machen die städtischen Gebiete noch risikoreicher. «Man hat mir gesagt, ich solle tagsüber besser zu Hause bleiben. Letztens bin ich jedoch um 6 Uhr abends rausgegangen, um einkaufen zu gehen, aber es war höllisch heiss!» Es wäre besser, wenn Bernadette am frühen Morgen einkaufen gehen würde, wenn die Temperaturen noch frischer sind, und wenn sie vermeiden würde, während der wärmsten Stunden des Tages länger aus dem Haus zu gehen.

Angesichts dieses Problems, das sich in den kommenden Jahren noch verstärken wird, hat die Hochschule für Technik und Architektur Freiburg zusammen mit IDIAD (einem Unternehmen mit Sitz in Martigny) und der Stadt Freiburg ein Programm auf die Beine gestellt.
Karte der Hitzeinseln im Quartier Pérolles © HEIA-FR

Angesichts dieses Problems, das sich in den kommenden Jahren noch verstärken wird, hat die Hochschule für Technik und Architektur Freiburg zusammen mit IDIAD (einem Unternehmen mit Sitz in Martigny) und der Stadt Freiburg ein Programm auf die Beine gestellt. Dieses wird es ermöglichen, die Temperaturen auf den Flächen der Stadt mithilfe verschiedener Farben zu simulieren (siehe Video unten). Ziel ist es, zu erkennen, wo die Anstauung von Hitze am stärksten ist, um Lösungen zur Verminderung dieses Effekts zu finden. Beton ist die Art von Oberfläche, die am meisten Wärme aufnimmt, offene Gebiete wie Parkanlagen können sich jedoch in der prallen Sonne auch beträchtlich erwärmen, wenn sie nicht mit Bäumen bepflanzt sind. Damit die Risikogebiete erkannt werden können, schlägt das Programm vor, alle Gebäude der Stadt zu kartographieren. So wird es möglich sein, eine Simulation des gewünschten Quartiers durchzuführen, um zu beobachten, wo das Erwärmungspotential am stärksten ist. Dank dieser Karte der Hitzeinseln in der Stadt Freiburg werden Politiker, Raumplaner und Bevölkerung wissen können, wo es am wärmsten sein wird.

Eine der wichtigsten Massnahmen zur Bekämpfung der Auswirkungen der Klimaerwärmung besteht in der Begrünung des städtischen Raums. Es geht darum, mehr Grünzonen und Baumbestand zu schaffen. Es werden also mehr Bäume am Rand der Trottoirs gepflanzt, zahlreichere natürliche Zonen (Parks, Wälder, Teiche) geplant und die Wände und Dächer der Gebäude begrünt werden müssen. Diese Massnahmen erfreuen übrigens auch Bernadette: «Wissen Sie, ich liebe es, meine Pflanzen auf dem Balkon zu giessen. Mit einer Freundin hatten wir zur Gewohnheit, auf dem Guintzet an die frische Luft zu gehen, aber jetzt habe nicht mehr die Kraft dafür. Es wäre gut, wenn sie auf den Grand-Places mehr Bäume pflanzen würden und mehr Parks in der Nähe einrichten würden. Dann könnte ich im Flachen, vor der Sonne geschützt spazieren gehen!»

- David Mauron -

Ein Beispiel für einen Park in Zürich, den MFO-PARK in Oerlikon

© PRO FRIBOURG/Charlotte Walker
© PRO FRIBOURG/Charlotte Walker
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*fiktive Person