Pascal Schöpfer – Museumstechniker im Naturhistorischen Museum Freiburg
Pascal Schöpfer
Museumstechniker im Naturhistorischen Museum Freiburg

Wir sparen nicht nur Strom...

Ich heisse Pascal Schöpfer und bin seit 2011 als Museumstechniker im Naturhistorischen Museum Freiburg tätig. Meine Aufgabe als Museumstechniker im Museum ist es, die Ausstellung in Betrieb zu halten und Ausstellungen sowie neue Ideen zu entwickeln.

Was haben Sie geändert, um das Museum an die klimatischen Herausforderungen anzupassen ?

Die wichtigste Anpassung ist die Änderung der Lichter zu LED Lampen in allen Sälen. Alle Aquarien funktionieren nun mit LED Lampen und nicht mehr mit Stromfresser-Lampen, also mit Halogen- oder Metalldampflampen, die auch sehr heiss wurden und viel Strom brauchten. Bei den Aquarien konnte so viel Strom eingespart werden.

Mit demselben Energieverbrauch haben wir mit LEDs mehr Licht und mehr Lumen.

Haben LEDs für Sie weitere Vorteile ?

Sie sind allgemein besser und die Farben kommen besser zur Geltung. Vor allem erzeugen LEDs keine UV-Strahlen, die die ausgestopften Tiere oder auch sonst exponierte Objekte schädigen könnten. Jedes Jahr werden die Produkte besser und die Preise sinken. Mit demselben Energieverbrauch haben wir mit LEDs mehr Licht und mehr Lumen.

Können Sie Privatpersonen empfehlen, auf LEDs umzusteigen ?

Ich kann es nur empfehlen. Nicht nur Strom wird eingespart, sondern auch viel Arbeitszeit. Im Museum haben wir mehr als 580 Lampen. Eine herkömmliche Lampe hat eine Lebensdauer von 2000 Stunden. Wir mussten sie jedes Jahr wechseln und dazu mussten wir die grossen Vitrinen öffnen.

Wie wird das Museum beheizt ?

Die Heizung funktioniert mit Fernwärme. Es kommt warmes Wasser bis zu uns und die ganze Heizung wird mit Umluft geheizt. Wir haben eine Lüftung, welche die Luft immer auf 55% Luftfeuchtigkeit hält, sodass immer das ideale Klima herrscht, damit die ausgestopften Tiere auch immer gut konserviert bleiben und nicht Spalten entstehen oder sie sonstige Schäden tragen.

Wir haben ein sehr altes System für die Anlage der Luftbefeuchtung, wo Wasser in die Luft reingespritzt wird, welche dann durch Verdampfung zirkuliert. Der Vorteil davon ist, dass wir für das Verdampfen selber nicht viel Strom brauchen. Dafür aber ist unser Wasserverbrauch sehr hoch. Wir haben einen jährlichen Wasserverbrauch von über eine Million Liter Wasser die wir nur für die Luftbefeuchtung benützen. Und etwa 800 kg Regeneriersalz um das Wasser zu entkalken.

Wie sieht Ihr Klimaplan aus ?

Für mich ist es sehr wichtig, dass man die Häuser gut isoliert. Und bei alten Häusern die Isolation erneuert und modernisiert, so auch die Fenster, dort kann viel Energie eingespart werden. Solarpanels auf dem Dach sind sicher eine gute Sache. Wichtig ist auch, dass man den Arbeitsplatz so nah am Wohnort hält, dass man nicht grosse Arbeitswege hat. So kann man mit dem Velo oder zu Fuss zur Arbeit gehen – dies wäre ideal für mich. Ich selber komme immer mit dem Velo oder zu Fuss zur Arbeit.

Was auch ein wichtiger Punkt ist, ist, dass viele Menschen grosse Fahrzeuge fahren, wo aber eigentlich auch ein kleineres Auto reichen würde. Oder auch Familien die mehrere Autos haben – das ist für mich auch ein bisschen zu übertrieben. Und am besten wäre nicht ein kleines Elektroauto, sondern Wasserstoff wäre am besten. Auch öffentliche Verkehrsmittel benützen, das ist wichtig! Ich besitze auch ein Auto, aber verwende es nur um Freunde zu besuchen oder mal einkaufen zu gehen.

Wichtig ist auch, dass man den Arbeitsplatz so nah am Wohnort hält, dass man nicht grosse Arbeitswege hat. So kann man mit dem Velo oder zu Fuss zur Arbeit gehen