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Klimaszenarien

Wie will sich die Schweiz angesichts des Klimawandels schützen? Indem er das Übereinkommen von Paris ratifiziert hat, hat sich der Bund verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen zu vermindern und die nachteiligen Auswirkungen der globalen Erwärmung vorzubeugen. Er hat deshalb beschlossen, eine Strategie festzulegen, und die Kantone damit beauftragt, einen Klimaplan zur Anpassung an den Klimawandel auszuarbeiten. Und um diesen besser vorwegzunehmen, hat er MeteoSchweiz beauftragt, Klimaszenarien zu identifizieren. Doch was sind diese Klimaszenarien und wozu dienen sie? Sie beschreiben die mögliche Entwicklung unseres Klimas bis Mitte des Jahrhunderts (2060) sowie bis Ende des Jahrhunderts (2085) und erlauben somit dem Klimawandel vorzugreifen.

Man spricht von Szenarien in der Mehrzahl, weil MeteoSchweiz mehrere verschiedene Szenarien berechnet hat. In diesem Artikel werden zwei Szenarien miteinander verglichen: das Erste, ohne zusätzliche Schutzmassnahmen (business as usual), das heisst mit Beibehaltung des Status quo in Bezug auf den Konsum, und das Zweite unter Miteinbeziehung eines ambitionierten Klimaschutzes. Dieses zweite Szenario beschreibt das Potenzial, das weltweit umgesetzte Schutzmassnahmen gegen die Klimaerwärmung haben könnten und auf welche Weise die Schweiz, selbst in geringerem Masse, nach wie vor vom Klimawandel betroffen wäre. Die Klimaszenarien verbinden die Simulationen der modernsten Klimamodelle mit den Beobachtungen der aktuellen Tendenzen (Referenznormen: 1981-2010) und ermöglichen einen genaueren Blick auf das zukünftige Klima unseres Landes.

Über die seit Beginn der Messungen 1864 beobachteten Entwicklung der Daten hinaus, beweist die Tatsache, dass verschiedene Szenarien modelliert werden, je nachdem wie viel Treibhausgase in die Atmosphäre ausgestossen werden, dass die Ursachen der Klimaerwärmung menschlichen Ursprungs sind und nicht von natürlichen Variationen herrühren. Der menschliche Einfluss auf das Klima ist also eindeutig nachgewiesen. In der Tat ist die durch die Treibhausgasemissionen der menschlichen Aktivität verursachte Erderwärmung die Hauptursache des in den letzten Jahren beobachteten Wandels. Der aus natürlichen Variationen hervorgehende langsame Erwärmungsprozess wird von der anthropogenen Erwärmung völlig überschattet. Ferner werden die Veränderungen anderer Umweltsysteme wie der Wasserkreislauf oder der Zustand der Gletscher (siehe dazu den Artikel über das Klima in der Schweiz) stark vom Anstieg der Temperaturen beeinflusst und sind folglich hauptsächlich dem menschlichen Einfluss anzurechnen.

Hier einige Beispiele zur Veranschaulichung der Auswirkung des Klimawandels in der Schweiz:

Die folgenden Abbildungen sind dem Bericht Klimaszenarien für die Schweiz entnommen. Sie geben eine Übersicht über die Veränderungen, die zwischen heute und 2060 ohne und mit Klimaschutzmassnahmen eintreten können. Die Grafiken auf grünem Hintergrund stellen die Auswirkungen der globalen Erwärmung ohne Klimaschutzmassnahmen für die Jahre 2035, 2060 und 2085 dar.

Abbildungen: © CH2018-Technischer Bericht (2018), CH2018 – Climate Scenarios for Switzerland, Technical Report, National Centre for Climate Services, Zurich, ISBN: 978–3–9525031–4–0
Grafiken: © Klimaplan, AfU Freiburg, Daten: CH2018 Project Team (2018): CH2018 – Climate Scenarios for Switzerland. National Centre for Climate Services. doi: 10.18751/Climate/Scenarios/CH2018/1.0

Das Status quo Szenario (oder business as usual) zeigt eine Welt ohne Klimaschutzmassnahmen, während das zweite Szenario eine Alternative beschreibt, in der die Menschen Klimaschutzmassnahmen umgesetzt haben. Die Voraussagen der beiden Szenarien sind denn auch ziemlich verschieden. Der untenstehende grafische Vergleich zeigt das Ausmass der verschiedenen Risiken gut auf, denen die Schweiz ausgesetzt sein wird, wenn die Gesellschaft nichts gegen den Klimawandel unternimmt. In einer Welt ohne Klimaschutz werden die Sommer in der Westschweiz bis zu 50% trockener sein. Extreme Niederschläge werden beachtlich zunehmen, die Sommer werden bedeutend heisser werden (siehe den Artikel über städtische Hitzeinseln) und die Winter werden unseren jetzigen Herbsten gleichen. Die folgende Vergleichsgrafik verdeutlicht die Notwendigkeit, ehrgeizige Massnahmen zu ergreifen. Sie sollte den politischen Entscheidungsträgern als Warnung dienen und sie dazu anregen, konkrete Massnahmen zur Verminderung der Auswirkungen des Klimawandels umzusetzen.

- David Mauron -

Das Video "Wie kann sich die Schweiz an den Klimawandel anpassen?" vom Bundesamt für Umwelt ansehen.

© CH2018-Technischer Bericht (2018), CH2018 – Climate Scenarios for Switzerland, Technical Report, National Centre for Climate Services, Zurich, ISBN: 978–3–9525031–4–0